Gans der Bär

*Vorgestellt von Petra Forster*

„Mama!“, piepst das kleine Federtierchen seiner vermeintlichen und ziemlich erstaunten Lebensspenderin leise zu.

Vermutlich haben wir alle irgendwann in unserer schulischen Laufbahn erfahren: Die Nachfolgeprägung ist besonders bei Gänsen äußerst häufig zu beobachten.

Da erscheint es, in diesem humorvollen Buch von Katja Gehrmann als biologisch logisch, dass das Gänseküken seiner (Bären-) Mama nicht mehr von der Seite weicht.

Doch beginnen wir am Anfang der Geschichte:

Eigentlich nimmt alles seinen Lauf, als der Fuchs das gestohlene Ei unter seinen Arm klemmt, damit er  diesen Gänsebraten, mehr als frisch, seiner Frau servieren kann. Dabei übersieht er den Bären, verliert sein Ei und entscheidet sich – etwas enttäuscht – für eine rasche Flucht.

Im nächsten Moment knackst die Schale, das Küken erblickt den Bären – doch dieser bleibt zunächst sachlich. Sämtliche Erklärungsversuche prallen an dem frisch geschlüpften Tierchen ab. So schreitet der Bär zur Tat und versucht mit anschaulichen Beispielen die Lage klarzustellen. Bären können auf Bäume klettern, schnell laufen und sehr tief tauchen. Gänse können das nicht! Ist doch „gans“ einfach – oder ?

Der Bär staunt nicht schlecht, als er merkt, dass seine Behauptungen in diesem Falle nicht so recht der Realität entsprechen. Spätestens, als das Küken einen dicken Lachs an Land zieht, zweifelt der Bär an seiner Theorie. Vielleicht schlüpfen Bären doch aus Eiern? So genau weiß er das dann auch nicht.

Als stiller Beobachter hat der Fuchs all die seltsamen Geschehnisse verfolgt. Sein Interesse ist nun größer denn je, diesen speziellen Gänsebraten nach hause zu bringen. Doch gegen dieses Küken hat auch er keine Chance.

… und währenddessen, fällt ein einsamer Holzfäller eine kanadische Eiche.

Katja Gehrmann erzählt diese Geschichte mit großflächigen Bildern und wechselt dabei sehr oft die Perspektive. Die Kombination von farbigen Flächen mit Acryl und den lebhaften Konturen mit einem schwarzen Farbstift geben den Szenen eine gewisse Vitalität. Charakteristisch für die Figuren der Illustratorin sind die kugelrunden Augen. Man hat als Betrachter gar keine andere Wahl, als das kleine Gänschen mit den großen weißen Augen in sein Herz zu schließen.

„Gans der Bär“ findet man oft auf Theaterbühnen. Interessant wäre es ebenso, diese Geschichte frei erzählt, mit einigen ausgespielten Szenen den Kindern zu vermitteln.

Gans der Bär Book Cover Gans der Bär
Katja Gehrmann
Bilderbuch
Aladin Verlag
2008
21X29
40
Katja Gehrmann

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