Ausflug ins Papyrusmuseum- Recycling im alten Ägypten

*Vorgestellt von Ursula Gföllner*

Wir begaben uns auf die Spuren der alten Ägypter. Mit einer Gruppe interessierter Volkschulkinder fuhren wir – das Team der Bibliothek Biedermannsdorf – in die Nationalbibliothek nach Wien. Dort angekommen, wurden wir herzlich im Papyrusmuseum willkommen geheißen. Die sehr gut gemachte und kindgerechte Veranstaltung gliederte sich in zwei Teile: eine Führung durch das Museum und einen anschließender Workshop, bei dem die Kinder vieles selbst ausprobieren konnten.

Eine junge sehr engagierte und kundige Museumsmitarbeiterin gab uns während der Führung Einblicke in die Schrift und Schreibweise der alten Ägypter. Dabei war nicht nur das Schreibmaterial – Papyrus, Federn und Naturfarbe – ein großes Thema. Auch die Inhalte des Geschriebenen und wie solch alte Papyrusrollen restauriert werden, wurde den Kindern auf anschauliche Weise vermittelt. Uns faszinierte dabei, wie aus kleinsten Papyrus-Fragmenten wieder fast komplette Schriftrollen entstehen können.

Schließlich wurden wir noch in die Bestattungsweise der alten Ägypter eingeführt, ihren Glauben an eine lange Reise nach dem Tod und warum sie ein Totenbuch mitnahmen. Nicht nur die Kinder kamen aus dem Staunen nicht heraus, auch wir Erwachsene konnten viel Neues erfahren und entdecken.

 

Was aber hatte das alles mit Recycling zu tun? Das durften wir im anschließenden Workshop selbst ausprobieren. Papyrus war sehr teuer, deshalb schrieb man viel auf alten Scherben, vor allem die Schulkinder in Ägypten. Natürlich saßen wir alle im authentischen Schreiber-Schneidersitz auf dem Boden, nachdem wir uns im Sand eine Scherbe suchen durften. So tauchten wir in die Atmosphäre Ägyptens vor vielen, vielen Jahren ein. Damit jeder seinen Namen schreiben konnte, bekamen wir eine Hieroglyphen-Tabelle zur Übersetzung.

 

Nicht zu vergessen, die Kinder durften gemeinsam einen Teil einer alten Schriftrolle zusammensetzen. Damit sie sich tatsächlich wie Archäologen fühlten, mussten sie natürlich weiße Handschuhe anziehen.

Resümierend kann ich sagen, es war ein wirklich spannender und sehr abwechslungsreicher Ausflug in eine alte und für uns wichtige Kultur, den ich nur weiterempfehlen kann. Sowohl für Schulen, als auch für Bibliotheken und im Rahmen von Literaturvermittlungsprogrammen.

 

 

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