Kaffeesätze und Fragezeichen

*Intention der Abschlussarbeit von Esther Spiegel*

absichtlich Fenster mit Vorhängen in den Kalender zeichnen – absichtlich den Wecker auf viel zu früh stellen – absichtlich eine kleine Öffnung in den Zeitfenstervorhang zeichnen – absichtlich den Kopf drehen, weg vom Ausblick, der durch die Scheibe nach draußen wäre, hin zum Wordquadrat und den Buchstaben, zum Durchblick – so war die Intention!

Und jetzt?

Da sind kleine Türme aus Büchern auf meinem Schreibtisch.  Zettel und Stifte markieren die Seiten mit den Zitaten, die ich verbinden könnte, eine Untermauerung oder eine Brücke nach dort drüben. Dazwischen stehen Tassen. Aus den Kaffeesätzen bilden sich Muster. In meinem E-Mail Postfach ist die Erinnerung zur Rückgabe der Bücher und ich ignoriere sie.

Ich müsste noch viel mehr lesen … Die Worte aber, trotzdem, warum, woher  mischen sich ein und wollen mein Verstehen nicht stehen lassen. Es wirbelt, kreuzt und queert. Alles, was da fest stand, stellt sich immer wieder neu in Frage. Die Gedankengänge winden sich zwischen Bildung, Kunst, Vermittlung und Kinderliteratur, immer hoffend, dass da Spuren ersichtilich werden.

Was ist das, diese Kunst der Vermittlung? Geht es um ein Vermitteln von Kunst oder kann Vermittlung Kunst sein? Was ist Kinderliteratur? Ist Literatur auch Kunst? Was bedeutet Vermittlung? Welche Rolle habe ich als Vermittlerin? Mit welcher Haltung stehe und bewege ich mich da? Welche Ziele verbergen sich in meinem Tun?

Ich will in Form von Essays, schreibend, diesen Gedanken/Reflexionen nachgehen. Manches scheint sich bisweilen ein wenig zu klären und neue Fragen tun sich auf. Wohin sie mich führen werden, weiß ich noch nicht.

Vielleicht öffnet sich da und dort etwas. Vielleicht verändert sich der Blickwinkel. Vielleicht auch nicht. Dann mache ich Kaffeesatzcollagen.

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