365 Dinge aus Papier und Pappkarton

*Vorgestellt von Christa Öhlinger*
Ein Blick in dieses Buch lohnt sich, wenn man sich nicht schon vorher vom „quietschbunten“ Cover abschrecken lässt.
Tatsächlich 365 Ideen und eine zusätzlich, für´s Schaltjahr – alles aus Papier und Karton –
künstlerische und witzige Ideen neben Allerweltsbasteleien.
Die Geschmäcker sind eben verschieden.

Was mir gefällt:
Gleich zu Beginn wird man zum Sammeln von allen möglichen Papierarten angeregt: von Schokoverpackungen, Strichcodes bis zum Schmirgelpapier…ganz im Sinne des Upcyclinggedankens.
Die Anleitungen sind knapp, lassen aber noch  Freiraum für eigene Ideen.
Besonders die „ausgerissenen“ Tiere haben es mir angetan:
Sind die Strichcode-Hunde und die Posen der Katzen nicht originell!?  Die Chamäleons aus Küchenkrepp und den Zeitungspapierfuchs im Hühnerhof finde ich auch ziemlich gut…



                                                    Die Burg aus Zeitungspapier hat ebenfalls magisches Potenzial.

Was mir nicht gefällt:
Vieles ist viel zu exakt ausgeführt, zu plakativ und es fehlt der Zauber des Beiläufigen, Unfertigen, Offenen.


Ob Kinder nicht mutlos werden, wenn alles so „perfekt“ daherkommt, frage ich mich.
Gerade wenn man in Schulen Literaturvermittlung anbietet, tappt man leicht in diese Falle.
Diesen Zeitgeist möchte ich nicht unterstützen, das wird mir immer klarer.
Aus den vielen Möglichkeiten und Handfertigkeiten das Eigene zu finden ist Geschenk und Herausforderung zugleich: So kann ein ganz „normales“ Bastelbuch anregen, über die eigenen Grundsätze und die eigene Authentizität nachzudenken.

365 Dinge aus Papier und Pappkarton Book Cover 365 Dinge aus Papier und Pappkarton
Fiona Watt
Sachbuch
Usborne Publishing
2011
25 x 27,5; spiralisiert

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