Die Königin ist verschwunden

*Ein Veranstaltungstipp von Susanne Braunsteiner*

Im Rahmen von „Schäxpir“ darf ich im Thearer Phönix in Linz eine zärtlicheGeschichte miterleben. Sie handelt von Traurigkeit und Hoffnung, dass am Ende alles wieder gut werden kann.

Prinzessin Anna erzählt ihre Geschichte: Die Königin wird immer farbloser und durchscheinender, bis sie eines Tages nach einem Spaziergang in der frischen Luft am Ufer des Flusses verschwindet und nie mehr zurückkehrt. Große Trauer herrscht im Schloss. Der König verbietet das Weinen, die lustigen Narren werden vom Hof gejagt und niemand spricht über den großen Verlust. Bis nach langer Zeit drei Prinzen versuchen die Prinzessin zu erobern. Bei den ersten zwei Prinzen fällt sie immer links vom Pferd. „Da muss links etwas sein, was dich so schwer macht“, meinen die Prinzen und verlassen die Prinzessin. Nur der dritte Prinz kann ihr Herz berühren und holt sie aus der großen Traurigkeit.

             

Eine sehr poetische, zarte Art der Darstellung über den Verlust eines geliebten Menschen wird von der Theatergruppe Kopergietery aus Gent/BE gewählt. Ein Wechsel zwischen Komik und Trauer hält einen gefangen. Anna Vercammen und Joeri Cnapelinckx verkörpern Prinzessin, Prinzen und Hofnarren. Begleitet wird das Spiel von einer Band und die Illustratorin Sabien Klement zeichnet live auf einem iPad wunderbare Hintergrundbilder, die auf einen weißen Fadenvorhang projiziert werden. Bilder in denen Mensch und Natur im Prozess der Trauer ineinander verschmelzen. Der Phantasie wird viel Raum gelassen und so kann jeder sehr berührt und mit seinen eigenen Gedanken nach Hause gehen. Bravo! Ein Stück für Menschen von 6 bis 99 Jahren.

Einfach schön!

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