Rotkäppchen hat keine Lust

*Ein Erfahrungsbericht von Linda Ranegger*

Workshop zum Buch „Rotkäppchen hat keine Lust“ von Sebastian Meschenmoser

Kindergartengruppe

Früh am Morgen, die Gräser riechen frisch, im Wald herrscht eine friedliche Stille. Die letzten Nachtschwärmer machen es sich in ihrem Nest gemütlich, während fleißige Frühaufsteher schon Aussicht nach einem leckeren Frühstück halten. Plötzlich hört man ein heftiges Grummeln und Beben – so manch einer würde sich fürchten. Die Tiere im Wald hingegen rühren kein Ohr, sie heben noch nicht einmal den Kopf. So als hätten sie dieses Donnerwetter überhaupt nicht gehört. Was könnte das sein?

Tatsächlich ist es so, dass Rehe, Hasen, Eichkätzchen und wer sonst noch hier wohnt, an den morgendlichen Lärm gewöhnt sind. Unweit des Waldesrandes befindet sich eine riesige Höhle. Darin wohnt niemand geringerer als der böse Wolf. Und der hat in der Früh nun mal fürchterlichen Hunger.

Sein Bauch knurrt und brummt als hätte er tagelang nichts mehr gefressen. Der Wolf fühlt sich heute gar nicht wohl. Irgendwie fühlt er sich bitter. Was hilft da am besten? Seine Großmutter gab ihm eine Wolfsweisheit mit auf den Weg: Wenn du dich traurig fühlst, frühstücke einen Clown, wenn du dich dumm fühlst, verspeise einen Lehrer. Und solltest du dich irgendwann in deinem Leben bitter fühlen, dann verschlucke doch ein zuckersüßes Kind.

So macht sich der Wolf auf in den Wald, denn eines weiß er: Süße Kinder findet man auf einsamen Waldwegen. Er braucht gar nicht lange warten, schon spaziert ein Mädchen um die Ecke. Er freut sich tierisch, jetzt muss er das Kind einfach in ein Gespräch verwickeln, in seine Höhle locken und in den Kochtopf setzen.

Doch ganz so einfach ist das nicht. Das Mädchen mit der roten Kappe stapft aufgebracht durch den Wald und hat richtig schlechte Laune. Der Wolf folgt ihm  in Windeseile. Schließlich erfährt er, dass die Großmutter Geburtstag hat. Rotkäppchen hat aber gar keine Lust auf den Besuch – es ist langweilig dort und der ganze Sonntag jedenfalls vergeudet. Der Wolf ist empört: Die Großmutter hat etwas Besseres verdient!

Der Wolf begleitet das Mädchen und gibt sich die größte Mühe um der Großmutter einen würdigen Geburtstag zu bereiten. Als sie schließlich bei der Großmutter ankommen, freut sich diese tierisch über den haarigen Begleiter – sie liebt es, Geburtstag zu feiern. Bald stellt sich heraus, dass der Wolf auch gerne in Fotoalben blättert, Kuchen isst und gesellig ist. „Die ideale Grundlage für eine Wohngemeinschaft“, denkt sich die Großmutter und quartiert den Wolf gleich bei sich ein.

Rotkäppchen indes wird immer grantiger und beschließt schließlich eine gefürchtete Räuberin zu werden. Außer Sonntags – da hat sie frei.

 

 

Während des Erzählens werden die Bilder auf eine Wäscheleine gehängt bzw. in die Steckbühne gesteckt. Zum Abschluss dürfen alle sich in das Fotoalbum der Großmutter eintragen. Die Kinder malen ein Bild von sich und einer Überraschung für die Großmutter. Die Zeichnungen werden anschließend in das vorbereitete Buch geklebt. Das fertige Fotoalbum mit den gemalten Portraits und Geschenken bleibt in der Bibliothek: so haben die Kinder die Möglichkeit zu Hause noch etwas zu zeichnen oder zu basteln und es der/dem Bibliothekar/in beim nächsten Besuch zu überreichen.

 

 

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