Seeräubermoses

*Vorgestellt von Linda Ranegger*

Eine wilde, stürmische Gewitternacht wartet auf die Seeräuber des Schiffes „Wüsten Walli“. Schwimmen kann keiner der Piraten, deshalb haben sie alle Hände voll zu tun um das Schiff wetterfest zu machen. Als sie fertig sind, wollen sie sich ihrem geliebten Trinkerchen widmen. Im wilden Sturm auf hoher See oder in einer schmuddeligen Hafenspelunke – das Trinkerchen (sei es Bier, Rum oder Wein) ist den Seemännern heilig.  Doch heute wird ihnen das verwehrt. Eine riesige Welle  überspült das Deck, wirft alles durcheinander und was nicht niet- und nagelfest gemacht wurde, purzelt ins Meer. Gott sei Dank tragen alle Piraten ihr Seil um den Bauch, sodass sie nicht von Bord gespült werden können.

Am frühen Morgen legt sich das Unwetter wieder, die See ist ruhig und die Crew macht sich an die Arbeit, um das Schiff auf eventuelle Folgeschäden der stürmischen Nacht zu untersuchen. Nach getaner Arbeit rasten sie sich endlich bei ihrem geliebten Trinkchen aus. Doch plötzlich brüllt einer der Seeräuber mit seiner lautesten Stimme: „Treibgut an Backbord querab, Käptn!“

Tatsächlich treiben letzte Überreste eines Wracks in nächster Nähe. Die Piraten entdecken Holzteile, Seile und eine Waschwanne, die mit einem eigenartigen Rüschenstoff gefüllt ist. Sofort leeren sie ihre Becher, denn wenn Treibgut in Sicht ist, muss man schnell sein. Inzwischen wurde das merkwürdige Dingsbumms, das sie für eine Waschwanne hielten, näher zum Schiff herangetrieben.

 

Gierig hoffen sie auf  wertvolle Beute – vielleicht sogar einen Schatz. Mühsam holen die Männer die Wanne an Bord, doch kaum abgestellt ertönt ein Schrei, so kräftig und laut , dass der Käptn sogar seinen Enterhaken fallen lässt. Unter den vielen Rüschen ist nichts anderes zu finden als ein Baby.

 
So beginnt die Geschichte über das unerschrockene Mädchen namens Moses. Sie wächst bei den Piraten an Bord der „Wüsten Walli“ auf und erlebt so manche Abenteuer. Sie lernt alles, was ein richtiger Seemann lernen muss und sorgt auch für so manche Überraschung an Bord.

Glossar für „Nicht-Seeräuber“

Kirsten Boie schafft es mit der Figur der Moses, das klischeehafte Bild von Piraten etwas aufzubrechen. Natürlich werden klassische Verhaltensmuster von Seeleuten in die Erzählung eingewoben, doch das mutige Mädchen ohne Eltern bringt die Piraten schon etwas durcheinander. Die Geschichte ist in übersichtliche Kapitel eingeteilt und mit Illustrationen von Barbara Scholz versehen.  Stil und Sprache sind allerdings etwas gewöhnungsbedürftig – obwohl die Autorin alle Jargons genau erklärt und ein Glossar für  „Nicht-Seemänner“ anlegt, könnte der Anfang etwas holprig sein.

 

 

 

Unbedingt zu empfehlen für Kinder ab der 3. Klasse Volksschule. Es bieten sich auch verschiedenste Spiele an:  Angelspiele, Seemannsgarn spinnen oder Rätsel zu den nautischen Begriffen.

 

 

 

Seeräubermoses Book Cover Seeräubermoses
Kristen Boie
Verlag Friedrich Oetinger
320 S.
Barbara Scholz

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