We´re going on a Bear Hunt

*Vorgestellt von Kathrin Hömstreit*

Wir gehen heut auf Bärenjagd, wir fangen einen ganz Großen…
und wir haben gar keine Angst!

Dank Weihnachten kam ich zu einer originalen Ausgabe des beliebten Klassikers „Wir gehen auf Bärenjagd“.
Dieses spannende, von Michael Rosen in ein Bilderbuch umgesetztes Lagerspiel, setzt Sprache in Form von Reimen und Wiederholungen ein und birgt auch schon für die Kleinen gerade die richtige Portion Gruseligkeit. Es kann wunderbar als Bewegungsspiel, Abenteuerspiel, vertont oder auch einfach zum Vorlesen verwendet werden.

Die von Rolf Inhauser übersetzte deutsche Fassung ist ebenfalls noch lieferbar, es gibt sogar eine inklusive Ausgabe für Sehbehinderte, allerdings ist diese Fassung anders illustriert:

https://youtu.be/7jvZpYGAFPA

Die Illustrationen für die deutsche und die englische Versionen dieses Bilderbuches wurden von Helen Oxenbury gestaltet und wurden im Normalfall für fremdsprachige Ausgaben übernommen.

Die Illustrationen folgen dem Rhythmus des Textes, jeweils auf eine Doppelseite, die in Grautönen gezeichnet ist und auf der sich die Einstiegsszene im Text immer leicht variierend wiederholt, folgt eine farbige Doppelseite in Aquarelltechnik.

Die Geschichte lässt sich rein aus den Illustrationen erschließen,

man kann förmlich spüren, wie sich der Matsch zwischen die Zehen drückt – wunderbar dazu die englischen Ausdrücke, für uns ideal als Zungenbrecher geeignet:

„SQUELCH SQUERCH! SQUELCH SQUERCH! SQUELCH SQUERCH!“


Man könnte auch bei jeder Doppelseite raten, wer sich wohl vor der nächsten Herausforderung am meisten fürchtet?

Schnell wieder zurück, denn der Bär ist hinterher!

Und wer sich an der allzu geschlechtskonformen Darstellung stört, dass natürlich der Papa mit seinen Kindern auf Abenteuerreise geht, kann dadurch getröstet werden, dass dieser Papa am Schnellsten vor dem Bären davonläuft…

und sich im Bett versteckt.

Das 1989 erstmalig erschienene Bilderbuch zeigt zwar in Bezug auf die Darstellung der Familienrealität etwas Alterserscheinungen, in Bezug auf den Text bemerkt man besonders in der  Übersetzung den in der deutschen Kinderlyrik oft heute noch vorherrschenden Drang zum Endreim (anders als in der englischen Originalversion), in der Gesamtwirkung ist das Bilderbuch aber bis heute reizvoll und spannend.

Dieses Bilderbuch ist ein gutes Beispiel für die multimediale Verwertung von Kinderliteratur, im englischsprachigen Raum ist es nicht nur als mehrsprachiges Bilderbuch erhältlich (Englisch und Arabisch, Farsi, Französisch, etc),

http://uk.mantralingua.com/product/were-going-bear-hunt

sondern auch vertont mit CD, als Soundbook, PopUp und als StickerActivityBook. Die deutsche Fassung ist leider noch nicht mehrsprachig zu bekommen.

Nach eingehender Lektüre kann ich allerdings dem übersetzten Text um einiges mehr abgewinnen als dem englischen Original, vor allem am Ende, wo die englischen LeserInnen überzeugt werden: „We´re not going on a bear hunt again.“
Die deutschen LeserInnen dürfen etwas mutiger sein: „Wann gehen wir wieder auf Bärenjagd?“

We´re going on a Bear Hunt Book Cover We´re going on a Bear Hunt
Rosen, Michael
Bilderbuch
Walker Books Ltd.
2004
27 x 24 cm
17 Doppelseiten
Oxenbury, Helen

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