Opa und Paul hecken was aus

Opa und Paul hecken was aus

*Ein Erfahrungsbericht von Petra Forster*

„Traumprinz sucht humorvolle Blondine!“, liest Lotta in der Zeitung. Sie ist meine „bessere Hälfte“ und wohnt in einem alten Koffer.

„Na, bitte! Da bin doch eindeutig ich gemeint!“, freut sich Lotta. Die 14 Kinder, zwischen 4 und 6 Jahren aus der roten Gruppe im Kindergarten Weyer geben Lotta hilfreiche Tipps und Tricks, damit sie beim ersten Treffen Eindruck machen kann.

Es ist nicht leicht, den richtigen Menschen fürs Leben zu finden – stimmen mir auch die Kinder zu und erzählen von einigen Familienkonstellationen. Bald taucht die Frage auf: Wer wohnt wohl in diesem Haus?

Eine Frau! Eine Frau für Onkel Kurt!

An diesem Punkt beginne ich zu erzählen und stelle die drei Protagonisten, Opa, Paul und Onkel Kurt, kurz vor.

Danach öffnen wir das Haus und einige Kinder dürfen es einrichten – es fehlt noch das ganze Mobiliar. Auch wenn die Zuschauer im Kreis noch viele wunderbare Vorschläge bringen, was dem Haus noch fehle, kann ich lediglich mit Kästchen, Schrank, Tisch … dienen.  (Es wäre allerdings eine schöne Vertiefung, die Ideen später aufzugreifen!)

Trotz allem: Irgend etwas fehlt dem Haus noch!

Das finden auch Opa und Paul … und so hecken sie was aus!

Jeden Samstag bekommen sie nun Damenbesuch. Natürlich erhoffen sich Opa und Paul auch einige Vorteile davon. Darum fällt ihre erste Wahl auf Frau Lila aus der Konditorei. Die wäre doch wunderbar, denn dann gäbe es jeden Tag die köstlichsten Torten und Kuchen …!

Mein junges Publikum hilft mir, den Tisch zu decken, das Haus zu putzen und alles vorzubereiten.

„Ich bringe die Mehlspeise mit.“, verspricht Fau Lila, als Opa sie einlädt.

„Ein Tröpfchen Honig von den Bienchen,
die Schale vom Zitrönchen,
etwas Chili für die Würze
und dann ist er auch in Kürze
braun gebacken, kugelrund
auf dem Weg in meinen Mund!“

Auch  wenn Frau Lila so manches Geheimrezept preisgibt, bleibt für die drei Gastgeber von den Mehlspeisen nichts übrig.  Das ist dann wohl doch nicht die Richtige!

Doch Paul hat sofort Plan B parat. Wie wäre es mit Frau Anneliese? Sie arbeitet in einem Spielzeuggeschäft. „Tolle Vorraussetzungen!“, findet Paul. Also wird wieder der Tisch gedeckt … doch Frau Anneliese entpuppt sich als „Putzkanone“ und schwingt singend ihren Besen:

„…auch der liebe Paul gehört mal schamponiert. Er wird in die Badewanne katapultiert! Putz, putz,schrubb, schrubb – schubi-dubi-du – und blitze-blitze-blank ist der Paul im Nu …! “

Natürlich kommen noch weitere Damen zu Besuch, doch die Richtige ist nicht dabei. Beinahe hätten wir die Hoffnung schon aufgegeben, da klingelt es eines Morgens an der Tür und Onkel Kurts große Liebe steht vor ihm. Es kann doch so einfach sein!

Die Kinder bekamen im Anschluss Gelegenheit, Frau Lilas  Kuchenback-Gedicht nachzuspielen. Andere zwängten sich in das Putz-Outfit von Anneliese und schrubbten noch mal alle Kinder durch.

Ausklingen ließen wir die heitere Geschichte am Zeichentisch und gestalteten ein Mini-Book, in dem noch die wichtigsten Details fehlten.

 

 

 

Auch wenn es möglicherweise eine veraltete oder konservative Form der Familie ist, so glaube ich doch, dass es für Kinder von großer Bedeutung ist, dass zur Familie Vater und Mutter gehören. Das Publikum war in dieser vertrauten Runde sehr offen und hat persönliche Erfahrungen mit uns allen geteilt. Da liegt es natürlich auf der Hand, dass man mit diesem Vertrauen sehr sorgsam und verschwiegen umgeht.

Es war für mich eine sehr lustige Probierveranstaltung, die man zeitlich noch ausweiten könnte. Den Handlungsbogen habe ich aus Zeitgründen etwas gekürzt. Die Kombination vom freien  Erzählen, kombiniert mit einigen Bühnenelementen aus Papier und der Möglichkeit, selber in manche Rollen zu schlüpfen, ist eine sehr interessante und lustvolle Vermittlungsweise, die ich gerne noch ausweiten möchte.

 

 

 

Opa und Paul hecken was aus Book Cover Opa und Paul hecken was aus
Sophie Schmid
Kinderbuch
Nilpferd in Residenz
2013
17X25
42
Sophie Schmid

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