Kinderkino: Rico, Oskar und das Herzgebreche

*Vorgestellt von Claudia Kronabethleitner*
Die Ferienzeit sowie schulfreie Tage nutzen meine Hort-Kolleginnen und ich  immer wieder für Ausflüge mit den Kindern ins Theater, in Museen und hin und wieder auch ins Kino.
Im vergangen Juli war das Gmundner Kino unser Ziel, wo eigens für drei Hortgruppen „Rico, Oskar und das Herzgebreche“ gezeigt wurde.

Die ersten beiden Teile  von Andreas Steinhöfels mehrfach preisgekrönter, dreiteiliger Serie rund um das ungleiche Duo Rico und Oskar sind in den letzten beiden Jahren verfilmt worden  – das Ergebnis ist absolut sehenswert  – ab einem Alter von 8 Jahren.

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Die Handlung ist schnell erzählt:
Rico, ein 10- jähriger Junge aus Berlin-Kreuzberg, bezeichnet sich selbst als „tiefbegabtes Kind“. Er hat Schwierigkeiten, die vielen Gedanken in seinem Kopf zu ordnen und er braucht für alles ein wenig länger. Im ersten Band „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ lernt Rico gleich zu Beginn Oskar kennen: hochbegabt, jedoch sehr klein und ob seinem bis zum Bersten mit Fachwissen gefüllten Kopf ängstlich und misstraurisch. So ist er das perfekte Gegenstück zu Rico, der dank seiner fürsorglichen Mutter seiner Umwelt offen und positiv begegnet. Oskar lebt auch alleine mit seinem Vater – dieser zeigt jedoch kein besonderes Interesse an seinem Sohn.
Während im ersten Teil die beiden Hauptdarsteller einem berüchtigten Kidnapper auf die Spur kommen, ist es im 2. Teil, „Rico, Oskar und das Herzgebreche“ Ricos Mutter, die Hilfe braucht.

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Sie wird erpresst und ist so zugleich Täterin und Opfer eines Hehlerrings.
Auch diesen Kriminalfall lösen die beiden Freunde wieder bravourös, denn sie verstehen es geschickt sich Hilfe aus ihrer Umgebung zu organsieren, gehen dann aber doch unbeirrt ihren Weg.
Das Besondere an den Geschichten rund um Rico und Oskar ist aber die Schilderung des Milieus, in dem Rico trotz aller Widrigkeiten behütet aufwächst. Seine Mutter arbeitet in einem Nachtclub, daher ist Rico nachts allein.  Doch in der kleinen Welt im Mietshauses in der Dieffenbachgasse, wo ihn jeder kennt, weiß sich Rico gut zu orientieren und er fühlt sich sicher.  Die Geborgenheit, die Rico in seinem Mikrokosmos erfährt, kennt Oskar nicht. Ihm fällt es schwer, Vertrauen zu gewinnen.

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Ich war sehr gespannt auf die filmische Umsetzung der höchst lesenswerten Bücher rund um Rico und Oskar. Durch die wunderbaren Illustrationen von Rolf Schössow, der es schafft, mit wenigen Strichen Personen zu charakterisieren,  hatte sich bei mir natürlich schon ein Bild der beiden Hauptdarsteller eingeprägt. Doch die beiden jungen Schauspieler überzeugten mich restlos und sehr gefreut hat mich, dass die gelungenen Illustrationen von Peter Schössow im Vorspann des Films zu sehen sind und auch immer wieder als Animationen in die Handlung eingebaut wurden.

„Rico, Oskar und das Herzgebreche“ ist ein sehr feiner Kinderfim, mit Tiefgang und viel Witz. Ein Film, den ich gerne Familien empfehle.

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