Liese lutscht

L1080202 *Vorgestellt von Esther Spiegel*

Daumenlutschen tut man nicht – aber Liese schon. Und die Erwachsenen finden das nicht gut.

Ljuba Stille erzählt in einfacher Sprache eine Geschichte über Liese und ihren Daumen. Wiederholungen und das Spiel mit Alliterationen unterstreichen die prägnanten Aussagen: „Liese lutscht“ und „Liese liebt ihren Daumen“. So macht „Liese lutscht“ Leselust.

Sowohl der knapp gehaltene Text, als auch die Bildsprache der Collagen lassen viel (weißen) Raum, der zwischen Lieses Sichtweise und der von den Nicht-Daumenlutschern steht. Verschobene Proportionen und Spannungen zwischen Bild- und Textebene erinnern uns: Wirklichkeit ist subjektiv. Und so ist auch Frau Maiers Hund, der eigentlich nur spielen will, furchterregend riesengroß.

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„Liese lutscht“ ist ein Buch, das auch uns Erwachsene anspricht und fragt: „Kümmern mich Peinlichkeiten? Warum kümmern sie mich? Welchen sozialen Regeln unterwerfe ich mich?“

Besonders gut gefallen hat mir das Ende dieser Geschichte. Der Konflikt zwischen sozialer Konvention und Unangepasstheit wird nicht einfach aufgelöst. Ljuba Stille zeigt uns das Bild einer Oma, die in der Öffentlichkeit ihren Daumen lutscht. Liese findet das peinlich, „doch Peinlichkeiten interessieren Oma nicht mehr. Oma lutscht.“

 

Liese lutscht Book Cover Liese lutscht
Ljuba Stille
Bilderbuch
Kinderbuchverlag Wolff
Februar, 2013
Ljuba Stille

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